Live-Musik und Luxus-Ambiente auf der Suche nach Töpferkunst

In diesem Artikel begebe ich mich auf die Suche nach einer Seifenschale für Bad oder Küche. Dabei lerne ich die inspirierende Atmosphäre des „Herzensdinge“-Markts kennen und schwelge für ein Stündchen im luxuriösen Ambiente vom gehobenen Bad- und Küchenausstatter Oehler. Fündig werde ich dann bei Tante Hip* im Magni-Viertel, die einige der wunderschönen Seifenschalen von „Silkeramik“ aus Cuxhaven im Sortiment hat.

Im Lokpark gibt es nicht nur Töpferkunst

Erste Anlaufstelle für meine Suche nach einer Seifenschale ist das ehemalige Gelände des Dampflok-Ausbesserungswerks Braunschweig, das sich südlich des Hauptbahnhofs befindet. Hier betreibt der Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde e.V. den Lokpark, der als lebendige Ausstellung eine ganz besondere Veranstaltungsadresse ist.

Dies macht sich der Braunschweiger „handmade designmarkt“ Herzensdinge zu Nutze und besticht daher vor allem mit dem schönen Ambiente im Lokpark: Grüne Wiesen, ausrangierte Güterzüge, Live-Musik und einige kulinarische Genüsse machen das Stöbern zum Erlebnis.

Inmitten dieser beschaulichen Ausstellungsfläche findet sich ein kleiner Stand mit verschiedenen Porzellan-Waren in pastellenen Farben. Hier finde ich auch die erste Seifenschale, die mich schon mehr anspricht, als alles was ich bisher in den klassischen Einrichtungsgeschäften gesehen habe. Trotzdem überzeugen mich Design und Preis noch nicht endgültig.

Gehobene Badausstattung aus Braunschweigs Innenstadt

Ein Geschäft, das ich bisher nie wirklich wahrgenommen habe, obwohl ich schon hunderte Male dran vorbeigelaufen bin, ist der Bad- und Küchenausstatter Oehler am Rande der Fußgängerzone. Das in zweiter Generation geführte und aus dem ehemals OEHLER Sanitär Technik hervorgegangene Unternehmen befindet sich nämlich schon seit Ende der 1980er Jahre am dortigen Standort! Irgendwie war mir nie klar, was es dort eigentlich genau gibt und da ich ja genug Geschäfte kannte für alles, was man so braucht, bin ich nie hineingegangen.

Mit dem Anspruch eine schöne und praktische Seifenschale nun vielleicht im regionalen Einzelhandel zu finden, habe ich jetzt endlich mal einen Fuß in das Geschäft gesetzt und bin schon allein vom schönen Ambiente überrascht. Bei dem schlichten Logo des Bad- und Küchenausstatters habe ich ehrlich gesagt nie so eine fast luxuriös anmutende Innenraumgestaltung erwartet. Hier sind die einzelnen Artikel so schön in Szene gesetzt, dass ich mir am liebsten gleich mehrere Dinge mitnehmen würde um auch bei uns zu Hause einen Hauch dieser luxuriösen Gemütlichkeit einziehen zu lassen. Das nach eigener Aussage „gehobene“ Warenangebot kann man auf jeden Fall fühlen, und zwar auf sehr angenehme, nicht etwa protzige Art und Weise.

Was die Seifenschalen betrifft, gibt es bei oehler doch tatsächlich auch Modelle aus Holz. Zwar anders, als ich sie mir ursprünglich vorgestellt habe, aber schlicht und schön, sowie funktional überzeugend. Nachdem ich zunächst nämlich die Vorstellung hatte, dass es ein Modell aus Holz werden soll, haben mich doch häufiger die Seifenschalen aus Keramik angesprochen. Zumal ich kaum welche aus Holz gefunden habe.

Da ich zuvor nun aber im Magni-Viertel schon eine sehr schöne Seifenschale aus Keramik gefunden habe, wie ihr weiter unten lesen könnt, kaufe ich hier erstmal nicht ein – werde aber mit Sicherheit wieder kommen!

Handgemachtes bei Tante Hip*

Im Magni-Viertel finden sich viele kleine Läden mit individuellen Produkten und Geschenkideen. Einer davon ist Tante Hip, ein heller Laden direkt am großen Platz mit Blick auf St. Magni, in dem sich allerhand schöne Dinge für zu Hause und unterwegs tummeln.

Hier finde ich neben Kugelschreibern, die noch auf meiner Liste stehen, auch Seifenschalen, die mich durch ihre einfache Funktionalität und verspielte Optik beeindrucken. Ein Blick auf die Rückseite verrät, dass sie unter dem Namen „silkeramik“ vertrieben werden. Da bekomme ich gleich Lust, herauszufinden, was es mit dieser Silke auf sich hat, die sich so gut auf keramische Handwerkskunst und schöne Wortkreuzungen versteht.

Die Inhaberin vom Tante Hip, Karin Eßich, verrät mir sogleich, dass die Urheberin der Seifenschalen-Kunst ursprünglich in Hannover gelebt hat, und ihre Produkte jetzt in und aus Hamburg heraus vertreibt. Das klingt zumindest nach regional im weitesten Sinne, keine zugekaufte China-Ware also. Der Preis von 8,50€ für eine kleinere Variante mit dem hübschen Namen „kleine Trockenwelle“ erscheint mir vor diesem Hintergrund auch gerechtfertigt, sofern ich das mit meinem Bauchgefühl überhaupt richtig einschätzen kann.

Regionale Handwerkskunst und Tontagebau in Deutschland

Eine kurze Recherche am Tag darauf bei silkeramik auf der Webseite stimmt mich auch noch positiver. So fertigt sie ihre Arbeiten wirklich seit über 10 Jahren nach eigenen Ideen selbst an und brennt sie in ihrem eigenen Ofen mit Ökostrom von Greenpeace. Darüber hinaus stammen ihre verwendeten Materialien für die Seifenschalen aus dem Westerwald. Die dortigen Tongruben bilden ein besonderes Biotop für ganz eigene Tier- und Pflanzenarten. Auch die sich an den Tagebau anschließende Rekultivierung wird hier ernst genommen und ist Silke auch ein persönliches Anliegen.

Einkauf mit rundum gutem Gefühl

Am nächsten Tag gehe ich ganz gezielt zu Tante Hip und kaufe eine Seifenschale der Serie „kleine Trockenwelle“. Mit dem Wissen, sowohl einen kleinen, lokalen Händler im schönen Braunschweig unterstützt zu haben, als auch einen Komsum-Beitrag zu ökologischem Handeln und deutscher Handwerkskunst geleistet zu haben, gehe ich vergnügt einen Chai trinken in der Crêperie nebenan.

 

*Leider hat Tante Hip im Sommer 2017 endgültig geschlossen. Weshalb und was die neuen Projekte sind, denen sich die Inhaberin jetzt widmen möchte, habe ich bisher nicht recherchiert.

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