vom Konsumieren zum Gestalten

Nach zwei Jahren mit vielen Artikeln zum Thema bewusster und nachhaltiger Konsum und vielen äußeren Veränderungen ist es Zeit, meine innere Entwicklung auch auf dem Blog sichtbar zu machen. Was genau das heißt und wie es überhaupt zu dem Veränderungsprozess kam, lest ihr in diesem Artikel. Er wird auch in den Abschnitt „über mich“ einfließen und so den Wandel auf dem Blog einläuten.

Von schönen und von wichtigen „Dingen“

Zwei Jahre Blog, ein Jahr Weimar und vieles hat sich verändert, seit ich angefangen habe, meine Gedanken, Erfahrungen und Recherchen um nachhaltiger zu leben online zu stellen. Am Beginn standen „Dinge“ im Vordergrund, also Konsumgüter und der Weg ihrer Beschaffung, sodass die Umwelt- und Gesundheitsbelastung sowie auch das Wohl von Mensch und Tier durch deren Konsum nicht bzw. so wenig wie möglich beeinträchtigt werden. Durch das Vermeiden langer Transportwege und des Einkaufs bei großen Konzernen sowie die Bevorzugung von regionalen Produkten lag der Fokus anfangs auch auf den inhabergeführten Geschäften, also den kleinen Einzelhändlern um die Ecke.

Mit der Zeit hat sich dabei schon gezeigt, dass es einerseits die schönen Läden gibt, wo der Einkauf eher inspirierend ist, die Geschäfte allerdings oft weniger alltäglich benötigte Dinge umfassen, sondern häufig auf sehr spezielle Produkte ausgerichtet sind oder Geschenkartikel, Dekoration und ähnliches anbieten – alles Dinge, die ich nur sehr selten und bewusst konsumiere. Auf der anderen Seite gibt es dann die Läden mit den Alltagswaren, die eben als lokale Einzelhändler Beratung anbieten, aber in großen Teilen oft auch nur die klassischen Großmarktprodukte bereithalten.

Vom Konsumismus zum Aktivismus

Da sich mein Konsumverhalten inzwischen fast ausschließlich auf Dinge des echten, regelmäßigen Bedarfs beschränkt, musste ich für die Wahl alternativer Produkte schon mehrfach auf Online-Angebote ausweichen (siehe zum Beispiel der Artikel zum Bett) oder bin sogar wieder in der Konsumverweigerung stecken geblieben (wir haben aktuell viele Kleingeräte ohne Batterien 😉 ). Außerdem kaufe ich inzwischen das meiste gebraucht, weil es mir ganz einfach die Recherche-Arbeit spart. Letztendlich ist ein weiter genutztes altes Produkt ja meist ohnehin nachhaltiger, als ein neues.

Das alles zeigt, dass es gar nicht mehr so viele Produkt- und „Laden-Erfahrungen“ zu berichten gibt. Dennoch hat sich viel getan, sehr viel!

Parallel zu meiner Konsumhaltung hat sich hier in Weimar nämlich noch etwas ganz anderes in meinem Leben etabliert. Durch den Umzug war von vornherein ein Jobwechsel nötig, der auch bewusst aus den alten Pfaden heraus in neue Tätigkeitsfelder führen sollte. Ich wollte die viele Zeit, die mensch mit Arbeiten verbringt, sinnstiftend einsetzen. Ich wollte das Gefühl haben, mich bei der Arbeit für etwas einsetzen zu können, das mir wichtig ist. Nicht irgendein Projekt in irgendeiner Firma, dass am Ende vielleicht den Gewinn des Unternehmens steigert und bei guten Voraussetzungen neben Spaß bei der Arbeit auch noch eine entsprechende Gehaltssteigerung mit sich bringt. Nein, ich wollte jeden Morgen aufstehen und das voranbringen, was mir wirklich etwas bedeutet. Und so banal, naiv oder idealistisch das klingen mag, dieses „etwas“ war für mich schon immer „die Welt besser zu machen“. Und dafür gibt es ja bekanntermaßen ziemlich viele Baustellen!

Weimar inspiriert und aktiviert

In Weimar habe ich durch die Vielzahl bestehender Projekte und engagierter Akteure genau den inspirierenden Rahmen für mich gefunden, der mich auch neben meiner Erwerbsarbeit (die zugegebenermaßen noch nicht 100% meiner oben beschriebenen Vorstellung entspricht) motiviert, eigene Projekte, Ideen oder Visionen zu verfolgen. Zusätzlich angefeuert durch den sichtbar voranschreitenden Klimawandel bin ich inzwischen so voller Tatendrang „endlich etwas zu tun“, dass ich meine freie Zeit nicht nur mit dem Recherchieren guter Produkte verbringen will. Im Gegenteil: Die Gesellschaft in Weimar regt gerade dazu an, über den eigenen Lebensstil vor allem auch im Hinblick auf das soziale Miteinander und Füreinander nachzudenken. Zahlreiche gemeinschaftliche und soziale Wohnprojekte, gelebtes Tauschen, Teilen und Wiederverwenden – ob auf Flohmärkten oder in den „zu verschenken“-Kisten am Straßenrand – lassen einen kleinen Eindruck davon entstehen, wie eine andere, menschlichere und schönere gemeinschaftliche Welt aussehen könnte, in der klassischer Konsum im Sinne des Erwerbs neuer Gebrauchsgegenstände nur noch einen geringen, vor allem praktischen Stellenwert hat.

Reflektiert … – ja, was eigentlich?

Doch was bedeutet das dann für „reflektiert-konsumiert“? Diese Frage schwelgte die letzten Monate in meinem Hinterkopf vor sich hin und die Antwort wird nun langsam klarer: Aufgeben möchte ich den Blog so schnell nicht. Es macht mir Spaß meine Erfahrungen mit euch, lieben Lesern, zu teilen und der Blog bietet mir weiterhin die Motivation bestimmte Themen wirklich anzugehen und hält außerdem eine öffentliche Plattform bereit, um Ideen oder Erfahrungen zu streuen. Gerade letzteres scheint mir ein wichtiger Punkt zu sein, wenn ich an die vielen Dinge denke, die ich in naher oder ferner Zukunft gern anpacken und verändern möchte. „Tue Gutes und sprich drüber“ heißt es und genau das habe ich vor!

Was heißt das nun konkret?

Es ist also Zeit für Veränderung. Ich möchte die Möglichkeiten sichtbar machen, sich für eine bessere Welt zu engagieren. Für mich sind das aktuell hauptsächlich Themen im Bereich Klima- und Ressourcenschutz, soziale Gerechtigkeit und gutes Miteinander. Dazu möchte ich Anstöße geben, sich mit verschiedenen Lösungsansätzen oder Ideen auseinander zu setzen. Eine neue Sparte dafür soll beispielsweise „empfehlenswerte Lektüre“ sein. Hier möchte ich nicht nur Bücher oder Artikel vorstellen, die ich selbst wegweisend und inspirierend fand, sondern auch meine Liste und neuen „must-haves“ mit euch teilen, die ich entweder selbst empfohlen bekommen oder irgendwo ausgestöbert habe. Und am Ende denke ich auch schon über einen neuen Namen nach. Denn konsumieren wird bald nicht mehr das Hauptthema sein auf diesem Blog.

Der Beginn einer neuen Reise

Wohin die Reise führt, ist auch mir noch nicht genau klar. Aber der Weg ist eingeschlagen und die Richtung stimmt. Woran ich das merke? Es fühlt sich richtig gut an! 😊

Ich würde mich freuen, wenn ihr, liebe Leser, mich bei dem Wandel begleitet, der nicht nur bei mir selbst, sondern auch überall sonst in der Welt gerade passiert und passieren muss. Und wenn es euch genauso geht und ihr anpacken wollt, euch verbünden wollt, eure Ideen einbringen wollt, dann kommt gern auf mich zu: Gemeinsam können wir vieles schaffen!

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