Vorhänge gesucht – bereit für eine Investition?

In diesem Beitrag begebe ich mich auf die Suche nach Vorhängen. Dabei erlebe ich beste Beratung, aber auch einen hohen Preis. Ob mir dieser gerechtfertigt erscheint und ob ich deshalb zu einem Kauf bereit bin, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Die Qual der Wahl

Die letzten Wochen habe ich unter anderem damit verbracht nach neuen Vorhängen für unser Schlafzimmer zu suchen. Derzeit haben wir optisch schöne, schlichte weiße Vorhänge, die aber bisher leider nur die Funktion erfüllen, dass keiner mehr reinschauen kann. Von Verdunkelung kann keine Rede sein. Das wollte ich ändern, um in Zukunft für einen gesunden Schlaf zu sorgen.

Schon zu Beginn hat man bei diesem Thema ja die Qual der Wahl: Soll es ein Vorhang sein, ein Rollo oder eine Jalousie? Da die Gardinenstange schon vorhanden ist, tendiere ich aufgrund meiner Bequemlichkeit zunächst einmal zu Vorhängen im Schlafzimmer.

Gute Beratung im Fachgeschäft

Meine erste Anlaufstelle vor dem Hintergrund, mit dem Einkauf auch etwas Gutes zu tun, ist der Fachhändler vor Ort in Braunschweig. Von einem Kollegen erfahre ich von Wolf Heimdecor in der Helmstedter Straße.

Eine halbe Stunde vor Ladenschluss habe ich es hingeschafft und werde auch gleich von einem Verkäufer freundlich empfangen und nach meinen Wünschen befragt. Nach kurzer Schilderung, was ich suche, erklärt er mir ausführlich, welche Möglichkeiten es gibt (spezielle mehrlagig gewebte Verdunkelungsvorhänge, verschiedene Stoffdicken) und was alles beachtet werden muss, damit der Vorhang nachher an Ort und Stelle auch schön fällt.

Dass mir bei jedem Detail die zusätzlichen Euros sofort bewusst werden, bemerkt er nicht oder lässt es sich zumindest nicht anmerken. Freundlich geht er auf alle meine Vorschläge zur Stofflängen-Reduzierung ein und nennt schon mal grobe Preise für die einzelnen Fertigungsteile und –schritte.

Zuhause überschlage ich alles und lande bei ca. 250 Euro. Die einzelnen Schritte und Materialien (Stoff, Ösen, Nähen) und die dafür angeschlagenen Preise sind für mich nachvollziehbar und erscheinen mir nicht überteuert. Dennoch empfinde ich den Gesamtpreis als ganz schön hoch für einen Vorhang. Liegt es daran, dass ich aus der Erfahrung weiß, dass man in den großen Möbelhäusern  auch locker für unter 100 Euro Vorhänge kaufen kann? Auf jeden Fall weiß ich, dass ich derzeit nicht bereit bin, soviel Geld für einen Vorhang auszugeben, denn es ist davon auszugehen, dass wir in wenigen Jahren wieder umziehen werden. Und ob die Maße dann noch zu den neuen Fenstern passen ist eher ungewiss.

Mit Resignation zum Kleinanzeigen-Markt

Da ich davon ausgehen muss, dass andere Fachgeschäfte keine deutlich günstigeren Vorhänge anbieten können, habe ich mal wieder beschlossen auf eines meiner Lieblings-Tools zurück zu greifen: Die ebay-Kleinanzeigen-App. Hier kann man sich bequem Suchaufträge anlegen, sodass man ohne sich kümmern zu müssen immer informiert wird, wenn es von privat neue ausrangierte Produkte zu kaufen gibt. Planbarer Flohmarkt für Faule sozusagen.

Schon die ersten eingehenden Angebote machen deutlich, dass die Preislage hier eine ganz andere ist: von 10 bis 100 € ist recht viel dabei. Allerdings nur in den Maßen, die es eben gibt. Und mit den Schlaufen, Ösen, Gardinenbändern, die eben vernäht sind. Um in Farbe und Form das zu bekommen, was man sich vorstellt, muss man schon Geduld beweisen. Oder Geschick und Muße haben für eigene Änderungsanpassungen. Oder flexibel sein und die eigenen Ansprüche vielleicht herunterschrauben. Muss denn immer alles perfekt zusammenpassen? Ist es wirklich so wichtig, dass der Vorhang bis auf den Boden reicht?

Ich habe in letzter Zeit oft die Erfahrung gemacht, dass ich nur während der Anschaffungsphase auf die vielen Details geachtet habe. Sobald etwas in meinem Besitz und entsprechend in Anwendung ist, fallen mir viele Kleinigkeiten überhaupt nicht mehr auf – und sind dann irgendwie auch nicht relevant für mein Lebensgefühl.

Oder vielleicht doch selber machen?

Meine Vorstellung von einem Vorhang selbst umzusetzen und nur den Stoff zu kaufen, ist im Moment nur eine kurze Überlegung wert. Ich habe zwar schon öfter etwas genäht, besitze eine Nähmaschine und Vorhänge sind sicher nicht das schwerste Projekt. Aber derzeit habe ich noch so viele andere Dinge zu erledigen, dass ich mir die Zeit und Muße einfach nicht nehmen möchte dafür. Da wäre das Nähen dann reine Abarbeitung und kein schöner Zeitvertreib mehr.

Dem „gebrauchten“ Gaul schaut man nicht ins Maul

Warum also stressen lassen von zu viel Perfektionismus und zu hohen Ansprüchen – an sich selbst und an das Produkt? Schauen wir doch mal, was der Kleinanzeigen-Markt für meine Wünsche so zu bieten hat. Am wichtigsten ist mir der Aspekt, dass der Vorhang gut abdunkelt. Da unser Schlafzimmer in weiß gehalten ist und inzwischen schon ein paar rote Farbtupfer enthält, hätte ich eigentlich auch gern rote Vorhänge. Nach ein paar Wochen findet sich doch auch tatsächlich ein Angebot in bordeaux-rot. Angeschaut und gekauft, denn sie dunkeln bestens ab und für 25€ kann man auch nicht viel falsch machen. Zwar muss ich die Vorhänge jetzt noch kürzen oder umnähen, aber die Schlaufen oben passen immerhin und auch wenn die Farbe vom Rotton nicht perfekt passt, finde ich doch, dass sich die Vorhänge sehen lassen können.

Dass der Vorhang ursprünglich aus dem bekannten schwedischen Möbelhaus stammte, kann man dabei doch getrost ignorieren, oder? An dieser Stelle möchte ich mich tatsächlich nicht weiter mit der Herkunft oder dem Material des Vorhangs auseinandersetzen, da mein Geld und somit meine Unterstützung in diesem Fall ohnehin nicht dem Hersteller zukommen und somit nichts ändern. Sicherlich stellt sich hier die Frage, ob man auch bei gebrauchten Artikeln auf die Herkunft achten sollte. Dieser Thematik werde ich in Zukunft nochmal ausführlicher nachgehen.

Wie sieht’s denn mit euren Erfahrungen aus? Habt ihr schon mal „bewusst“ Vorhänge gekauft, vielleicht sogar selbst genäht oder habt ihr einen ganz anderen Tipp? Lasst es mich wissen und hinterlasst einen Kommentar!

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